Anfragen von Headhuntern auf LinkedIn bekommen? – So optimierst du dein Profil

Ich bekomme niiiieeee irgendwelche Headhunter-Anfragen auf LinkedIn oder Xing. Und wenn doch, dann passen die überhaupt nicht … jammer, nörgel, motz“.

Währenddessen prahlt der dödelige Hubsi aus dem Fitnessclub damit, dass ihn ständig irgendwelche Headhunter anschreiben.
Und sogar die faule Berta aus der Buchhaltung bekommt nicht nur Post von nigerianischen Prinzen, sondern auch von internationalen Executive-Search-irgendwas-Agenturen.

Woran liegt es, dass dein Genie unerkannt bleibt?

Liegt’s am Profilfoto? Am Alter? Böses Karma?

Am Open-to-Work-Button? Den hast du wieder deaktiviert, weil dir ein windiger Coach erklärt hat, das der peinlich ist. „Kannste dir gleich Restposten auf die Stirn malen“, hat er gesagt.

Du hast deinem Profil inzwischen sogar eine dieser marktschreierischen Headlines verpasst: „Passion for Success“. Macht man ja heute so. Oder?

Ergebnis: Nichts, Null, Nada

Aber gut, dass du mich kennst 🙂

Praktischerweise bin ich ja eine dieser Headhunterinnen, die ständig im Netz auf Beutezug gehen. Und deshalb erklär ich dir jetzt mal, wie unsereins überhaupt  sucht und welche woran es liegt, wenn du nicht angesprochen wirst.

Wie wir Headhunter wirklich suchen

Normalerweise nutzen wir auf LinkedIn und Xing eigene Suchoberflächen. Damit können wir viel genauer suchen als du als Otto-Normal-User.
Wir geben ein, wen oder was wir suchen, und das Tool spuckt uns eine mehr oder weniger lange Liste an Profilen aus.

Jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Headhunter haben – je nach gebuchtem Paket – eine begrenzte Anzahl an Slots.
Heißt:
Wenn ich im Monat 40 Slots habe, kann ich 40 Leute anschreiben. Nicht 41.
Und jetzt überleg mal selbst: Werde ich meine kostbaren Slots an Leute verplempern, die eh nicht wechselbereit sind? - Eher nicht. Und da hilft jetzt der Algorithmus der Plattform. Der schätzt nämlich ein, wie wahrscheinlich es ist, dass du offen für einen Jobwechsel bist.

👉 Hast du vor drölfzig Jahren ein Profil angelegt und es seither nie wieder angefasst?
👉 Keine Updates, keine Aktivität, kein Lebenszeichen?

Dann denkt der Algorithmus: „Aha. Tot. Oder zumindest sehr glücklich.“
Und dann bekommt der dröge Hubsi den Slot – und nicht du.

Aktivierst du hingegen den Open-to-Work-Button, oder ergänzt dein Profil, wird der Algorithmus hellhörig und denkt: „Oh! Bewegung! Da geht was.“ Und dann landest du bei den Suchergebnissen am oberen Ende.

Vorausgesetzt man hat dich mit den Suchbegriffen überhaupt gefunden. Was nur dann der Fall ist, wenn die in deinem Profil möglichst oft vorkommen. Und deshalb hier schon meine wichtigsten Tipps.

Die 7 häufigsten Fehler - So machst du dich unsichtbar

1. Profilfoto? Wozu?!
Tja. Wie in deinem Lebenslauf gilt auch hier:
Das Foto ist der erste – und manchmal der letzte – Eindruck.

Wähle ein Foto, auf dem du sympathisch und kompetent/professionell wirkst. Und ja: Es geht auch um Wiedererkennung.
Das menschliche Gehirn merkt sich Gesichter um ein Vielfaches besser als Namen.

2. Du gibst keinen Wohnort an
„Ich suche eh überregional.“- Ja. Mag sein.
Headhunter suchen aber fast immer regional eingegrenzt.
Warum?
Weil man sonst viel zu viele Treffer hat. Und weil bei Leuten, die zu weit weg sind, die Erfolgsquote erfahrungsgemäß eher mau ist. Gibts du nun keinen Wohnort an, dann landest du in keinem einzigen Suchergebnis, wo mit Wohnortsuche eingegegrenzt wurde. Also so gut wie immer.

3. Du bist zu unspezifisch
Headhunter suchen nach konkreten Erfahrungen und Skills. Und damit man nicht zu viele Treffer hat, sucht man so spezifisch wie möglich.
Man sucht nicht nach:
• „Softwareentwicklung“, sondern z.B. nach C#, Java, Python
• „Accounting“, sondern z.B. nach IFRS, HGB oder US-GAAP
• „Controlling“, sondern nach z.B. Projektcontrolling
Erst wenn man damit nicht weiterkommt, wird allgemeiner gesucht.
Heißt für dich: Je konkreter du bist, desto auffindbarer bist du.

4. Social Skills & Buzzwords
Niemand sucht nach Worthülsen wie  Teamfähigkeit, Leadership, Kundenorientierung, "Passion for Success" oder sonst irgendeinen Schmus
Niemals.
Das heißt, auch deine fancy Headline kannst du dir einrexen.
Hier geht es nicht um Kreativität, sondern darum, gefunden zu werden.

5. Details, Details, Details
Je genauer du deine Aufgaben beschreibst, desto besser. Jedes zusätzliche Keyword erhöht deine Chance, gefunden zu werden.
Und je klarer deine Erfahrung beschrieben ist, desto besser passen die Jobangebote.

6. Vermeide Fantasie-Jobtitel
Wenn deine Positionsbezeichnung außerhalb deiner Firma kein Mensch versteht, dann verwende sie nicht! Verwende möglichst gängige Bezeichnungen.

7. Sei aktiv
Je aktiver du auf der Plattform bist, desto wechselbereiter schätzt dich der Algorithmus ein.
Keine Sorge: Du musst nichts posten. Dem Algorithmus ist dein „Monday Motivation“-Beitrag und das Foto von deinem Kafffeehäferl völlig blunzn.
Was zählt: Profil regelmäßig aktualisieren. Inhalte ergänzen. Netzwerk erweitern. Jobinserate anklicken. Foto tauschen. Open to Work aktivieren

Und bitte, bitte:

Keine toxischen Posts!

Du findest alle Personaler doof? Hast schon wieder eine völlig unverständliche Absage bekommen? Deine Interviews laufen mies? Die Welt ist schlecht & ungerecht? Und dann lässt du gern mal Dampf auf LinkedIn ab? Versteh ich. Solche Posts bekommen viiiiiiele Likes.

Aber:
Es kommt doch immer wieder mal vor, dass sich Personalentscheiderinnen das Profil eines Kandidaten genauer ansehen. Und dann sind solche Beiträge … sagen wir … suboptimal.

Keiner wird dir aus Mitleid einen Job geben. Eher hält man dich für:

• einen Jammerlappen
• eine beleidigte Diva
• einen Querulanten

Oder schlicht für jemanden, der bei Personalentscheidern nicht besonders gut ankommt.
Und genau solche Kandidaten meidet man als Headhunter.

Gaah! Alles ist so kompliziert!

Ah, geh! Aber wenn du auf Nummer sicher gehen willst, better call Ines!

Ich schau mir gern mal dein Profil an und für einen kleinen Obolus optimiere ich es dir sogar 🙂

Veröffentlicht: 02/2026